Nachhaltige Nahwärme- und Kühlnetze: Investitionspläne und Geschäftsmodelle zur Dekarbonisierung von Bestandsgebäuden

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Projektpartner

Projektbeschreibung

Das Projekt HeaTogether zielt darauf ab, die Dekarbonisierung der Wärme- und Kälteversorgung in dicht besiedelten städtischen Gebieten durch die Förderung einer bisher wenig genutzten Lösung voranzutreiben: Nachhaltige Nachbarschafts-Wärme- und Kältenetze (H&C-Netze). Dabei handelt es sich um Niedertemperatur- oder Anergie-Netze, die mehrere Gebäude versorgen und aus lokal verfügbaren erneuerbaren Energiequellen wie oberflächennaher Geothermie, Umgebungswärme, Grundwasser, Solarthermie, Abwärme oder PV-betriebenen Wärmepumpen gespeist werden. Zwischen großen Fernwärmesystemen und individuellen Gebäudelösungen positioniert, bieten Nachbarschafts-H&C-Netze eine skalierbare „Lückenfüller“-Technologie, die erhebliche CO2-Einsparungen ermöglichen kann, wo herkömmliche Ansätze an ihre Grenzen stoßen.

Heute arbeiten die bestehenden Fernwärmesysteme in vielen europäischen Städten nahe ihrer technischen Kapazitätsgrenze, sind stark von fossilen Brennstoffen abhängig und lassen sich nur schwer auf städtische Strukturen mit mittlerer und geringer Dichte ausweiten. Gleichzeitig stehen individuelle Heizsysteme in diesen Stadtvierteln oft vor räumlichen, technischen und wirtschaftlichen Hindernissen für die Dekarbonisierung. Nachbarschaftliche Wärme- und Kältenetze können diese Lücke schließen, indem sie Wärmequellen bündeln, Infrastruktur gemeinsam nutzen, die Kosteneffizienz durch Skaleneffekte verbessern und kollektive Investitionsentscheidungen ermöglichen.

HeaTogether geht diese Herausforderungen direkt an, indem es die Entwicklung umsetzbarer Investitionspläne für Nachbarschafts-H&C-Netzwerke in mindestens 15 Pionier-Stadtvierteln in Österreich, der Tschechischen Republik, Deutschland und den Niederlanden unterstützt. Das Projekt baut auf den Erfahrungen mit bestehenden Lösungen auf Nachbarschaftsebene auf, identifiziert geeignete Stadtteile durch technische und wirtschaftliche Prüfungen sowie die Einbindung von Interessengruppen und bietet gezielte fachliche Unterstützung. Dazu gehören die Unterstützung bei partizipativen Prozessen, die Entwicklung von Organisations- und Finanzierungsmodellen sowie die Beratung zu rechtlichen und regulatorischen Anforderungen. Das Ergebnis sind robuste, investitionsreife Konzepte, die unmittelbar nach Abschluss des Projekts umgesetzt werden können.

Parallel dazu schafft HeaTogether die Grundlage für eine breitere europäische Replikation. Durch Kapazitätsaufbauaktivitäten mit Städten und Energieagenturen, strukturierten Wissenstransfer und wirkungsvolle Kommunikationsmaßnahmen fördert das Projekt die breitere Einführung von H&C-Netzwerken in Stadtvierteln über die ursprünglichen Pilotregionen hinaus. Indem HeaTogether Multiplikatoren mit Fähigkeiten und Werkzeugen ausstattet, stellt es sicher, dass der Ansatz in ganz Europa skalierbar und umsetzbar wird.

Es wird erwartet, dass das Projekt allein in den Pioniervierteln Investitionen in Höhe von bis zu 155 Millionen Euro auslösen und erhebliche Primärenergieeinsparungen und Dekarbonisierungseffekte erzielen wird, mit dem Potenzial, die Emissionen pro Nachbarschaft um bis zu 80 % zu reduzieren. Durch die Konzentration auf den bestehenden Gebäudebestand in dicht besiedelten (sub-)urbanen Gebieten trägt HeaTogether direkt zur Verbesserung der Energiesicherheit, zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und zur Beteiligung von Städten und Bürgern an der Wärmewende bei.

 

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