Energieaudit für Gärtnerei: 40 % Einsparpotenzial identifiziert

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Projektbeschreibung

Im Rahmen eines Energieaudits gemäß Energieeffizienzgesetz (EffGG) wurde die Energieversorgung einer Gärtnerei mit rund 50.000 m² Gewächshausfläche umfassend analysiert. Ziel des Audits war es, den bestehenden Anlagenbetrieb zu bewerten und wirtschaftlich sinnvolle Optimierungspotenziale aufzuzeigen.

Die Analyse der Ausgangssituation zeigte ein komplexes Energiesystem mit einem Hackschnitzelkessel mit einer Leistung von rund 3,6 MW, einem Wärmespeicher mit 1.000 m³ Volumen sowie einem rund 1,4 Kilometer langen Wärmeverteilnetz. Der jährliche Energieverbrauch liegt bei etwa 9,5 GWh Hackschnitzeln. Ergänzend wird Strom über eine Photovoltaikanlage mit rund 100 kW Leistung erzeugt.

Eine detaillierte Auswertung der Betriebsdaten und Anlagenkonfiguration brachte mehrere unerwartete Erkenntnisse zutage. Der Wärmespeicher wird primär als Notversorgung genutzt und ist während der gesamten Heizperiode dauerhaft voll geladen, mit Temperaturen von über 85 °C. Gleichzeitig wird das Wärmenetz unabhängig vom tatsächlichen Bedarf konstant mit einer Vorlauftemperatur von 84 °C betrieben. Der Hackschnitzelkessel ist deutlich überdimensioniert und läuft mit mehr als 6.200 Betriebsstunden pro Jahr überwiegend im Teillastbetrieb. Dadurch wird regelmäßig mehr Wärme erzeugt als benötigt, was zu vermeidbaren Energieverlusten führt. Zudem kam es in den vergangenen Jahren bereits zu erheblichen Schäden an der Schamotte des Kessels, was auf einen materialbelastenden und ineffizienten Betrieb hinweist.

Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelte e7 ein wirtschaftlich und technisch optimiertes Lösungskonzept. Zentrale Maßnahme ist die Anschaffung eines zusätzlichen, HVO-betriebenen Heizkessels mit einer Leistung von rund 1,6 MW. Mit Investitionskosten von etwa 220.000 Euro soll dieser künftig die Not- und Spitzenlastversorgung übernehmen. Dadurch wird ein flexibleres Be- und Entladen des Wärmespeichers ermöglicht und der Hackschnitzelkessel kann für Zeiträume von bis zu 14 Tagen vollständig abgeschaltet werden. Ergänzend dazu ist die Umstellung auf eine temperaturgeführte Vorlauftemperaturregelung vorgesehen sowie eine Optimierung der gesamten Regelungstechnik, unter anderem durch die Einbindung von Wetterprognosen. Weitere investive Maßnahmen betreffen die Steigerung der Effizienz der Druckluftversorgung sowie eine verbesserte Eigennutzung des erzeugten PV-Stroms.

Durch die Umsetzung des Maßnahmenpakets wird eine Energieeinsparung von rund 40 Prozent erwartet. Die Amortisationszeit des Gesamtkonzepts liegt bei lediglich 3,5 Jahren. Die Ergebnisse des Energieaudits und das vorgeschlagene Optimierungskonzept werden aktuell intensiv im Familienbetrieb diskutiert. Insbesondere, da das identifizierte Einsparpotenzial für die Verantwortlichen überraschend hoch ausgefallen ist.


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