Energieoptimierung in den ersten Betriebsjahren: Praxisbeispiel Privatklinik Döbling

Was passiert eigentlich im ersten Betriebsjahr eines neuen Gebäudes? Dieser Frage widmete sich unser Kollege DI (FH) Paul Lampersberger gemeinsam mit Ing. Florian Grill bei der vergangenen ÖVKT-Tagung. Im Mittelpunkt stand der neu errichtete Gebäudeteil H65 der Privatklinik Döbling.

Vom Neubau zum optimierten Betrieb

Mit Anfang 2025 wurde der Gebäudeteil H65 in das Facility Management der Mavie Med übernommen. Gemeinsam mit e7 wurden die gebäudetechnischen Anlagen im ersten Betriebsjahr laufend analysiert und optimiert.

Dabei zeigte sich, dass auch bei einem neu errichteten und technisch anspruchsvollen Gebäude nach der Inbetriebnahme noch erhebliches Optimierungspotenzial bestehen kann. Im Rahmen der Betriebsoptimierung wurden unter anderem:

  • Fehler aus der Errichtung und Einregulierung korrigiert
  • Anlagen und Anlagenteile auf ihre tatsächliche Effizienz geprüft
  • das Zusammenspiel verschiedener neuer Technologien analysiert
  • Betriebsparameter an die tatsächlichen Anforderungen des Gebäudes angepasst

Gerade die ersten Betriebsmonate liefern dabei wichtige Erkenntnisse darüber, wie gut die geplanten technischen Systeme unter realen Bedingungen zusammenspielen.

Wärmeversorgung ohne Fernwärme

Eine Besonderheit des Gebäudeteils H65 ist die bewusst gewählte Wärmeversorgung ohne Fernwärmeanschluss.

Die Wärmeversorgung erfolgt ausschließlich über ein Sondenfeld in Kombination mit Wärmepumpen. Damit kommt ein System zum Einsatz, bei dem die effiziente Nutzung der lokalen Wärmequelle und das Zusammenspiel der verschiedenen Anlagenteile eine zentrale Rolle spielen.

Die Erfahrungen aus dem ersten Betriebsjahr zeigen dabei auch, welche Bedeutung eine laufende Optimierung für den tatsächlichen Anlagenbetrieb hat.

Energieeffizienz endet nicht mit der Inbetriebnahme

Der Praxisfall H65 macht deutlich: Mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme eines energieeffizienten Gebäudes ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen.

Erst im realen Betrieb zeigt sich, wie gut Planung, Gebäudetechnik und tatsächliche Nutzung zusammenpassen. Die systematische Analyse und Optimierung der Anlagen kann dazu beitragen, Fehlfunktionen zu korrigieren, Energieeffizienzpotenziale zu heben und den Betrieb langfristig zu verbessern.

Bei der ÖVKT-Tagung präsentierten Paul Lampersberger und Florian Grill die Erfahrungen und Learnings aus dem ersten Betriebsjahr von H65 und gaben Einblicke in den Umgang mit neuen Technologien und deren Zusammenspiel im laufenden Betrieb.

Paul Lampersberger bei der ÖVKT-Tagung

Paul Lampersberger bei der ÖVKT-Tagung
Georg Benke

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